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Haus am Waldsee: Bruno Pélassy and the Order of the Starfish | 20.10.2023–14.1.2024

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Das Haus am Waldsee präsentiert ab 20. Oktober 2023 die erste institutionelle Ausstellung des französischen Künstlers Bruno Pélassy (*1966 in Vientiane, Laos, †2002 in Nizza, Frankreich) in Deutschland. Pélassy war zeit seines Lebens eine schillernde und facettenreiche Figur und seine Kunst lässt sich nur bedingt kategorisieren. Er malte, zeichnete, performte, schuf Skulpturen, Filme, Couture und Schmuck.

Abb. oben: Bruno Pélassy with Starfish, Coco Beach, Nizza, 1997, Foto: Laura Cottingham

Formale und spielerische Materialexzesse lassen disziplinäre Grenzen bisweilen verschwimmen, sodass seine künstlerische Arbeit kaum von seinem Herangehen an das tägliche Leben zu separieren ist. Die Ausstellung untersucht seine Praxis als persönliche und politische Auseinandersetzung mit den Konventionen des Begehrens, von Gender, gesellschaftlichen Werten und Gesundheit, sowie als Appell für die Auflösung festgefahrener Binaritäten.

DEEDS NEWS - Haus am Waldsee - Bruno Pélassy - Foto AAA Production - Michel Coen - Privatsammlung Courtesy Air de Paris Romainville
Bruno Pelassy, Sans titre, 2001, Series Bestioles, Fell, Kristall, Metall, Klangspielzeugmechanismus, Batterien, Foto: AAA Production/Michel Coen, Privatsammlung, Nizza, Courtesy Air de Paris, Romainville

Eine Fotografie zeigt Bruno Pélassy, gerade aufgetaucht aus den blauen Tiefen von Nizzas Coco Beach, einen Seestern wie eine lebendige Brosche an der Brust tragend, als gehöre er einem geheimen maritimen Orden an. Laura Cottingham, Kuratorin und enge Vertraute von Pélassy, erinnert sich an seine Faszination für “die verschwommene Unterscheidung zwischen Pflanze und Tier, die so offensichtlich im Meer existiert, als sei sie eine perfekte Metapher für die philosophischen Grenzen aller binären Unterscheidungen: Gut und Böse, Männlich und Weiblich, Tag und Nacht, Schwarz und Weiß”. [1]

DEEDS NEWS - Haus am Waldsee - Bruno Pélassy - Foto Muriel Anssens - Courtesy Pélassy-Familie und Air de Paris, Romainville
Bruno Pélassy, Sans titre, 2001, Series Créatures, Aquarium: 53 x 90 x 40 cm, Sockel: 122,5 x 90 x 40 cm, Foto: Muriel Anssens, Courtesy Pélassy-Familie und Air de Paris, Romainville

Maßgeblich beeinflusst durch eine frühe HIV-Diagnose reflektiert Pélassy in seinem Werk die ambivalente Dynamik von Krankheit und Tod sowie das Verständnis des Körpers als poröse, sich dem Tod entgegenbewegende, unwägbare Entität. In der Ausstellung tritt Pélassys künstlerischer Ansatz mit ausgewählten Kunstwerken und Ephemera seiner Zeitgenoss*innen sowie heute arbeitender Künstler*innen in den Austausch. Die Gruppenausstellung wird unter anderem Beiträge von Marc Camille Chaimowicz, Beth Collar, Jesse Darling, Brice Dellsperger, Leonor Fini, James Richards und Soshiro Matsubara enthalten, der auch die Ausstellungsarchitektur entwickeln wird.

WO?

Haus am Waldsee
Argentinische Allee 30
14163 Berlin

WANN?

Freitag, 20.10.2023 – Sonntag, 14.1.2024

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